Elektrische Muskelstimulation - Vorteile, Elektrodenplatzierung, Muskelstimulatoren

Die Vorteile der elektrischen Muskelstimulation

Die elektrische Muskelstimulation (EMS) mit einem Muskelstimulator hat folgende Vorteile:

  • Die Muskulatur kann gezielt und mit vergleichsweise wenig Zeitaufwand trainiert werden. Studien zeigen, dass EMS bei passender Anwendung ähnliche Kraftzuwächse erzielen kann wie klassisches Krafttraining – vorausgesetzt, das Trainingsvolumen ist vergleichbar. Erste Effekte zeigen sich meist nach einigen Wochen regelmäßigen Trainings.
  • Es können ganz gezielt bestimmte Muskeln angesprochen werden, wie die Beinmuskulatur oder die Rückenmuskulatur. Das macht EMS auch für die Rehabilitation nach Verletzungen interessant, etwa um Muskelkraft und -masse zu erhalten, wenn eine normale Belastung noch nicht möglich ist. Ob EMS die Rehabilitation insgesamt beschleunigt, hängt stark von der jeweiligen Verletzung und dem Therapiekonzept ab.
  • EMS kann die lokale Durchblutung und Muskelaktivität steigern, was in der Praxis oft zur Unterstützung der Erholung nach dem Training genutzt wird. Ein klarer wissenschaftlicher Nachweis, dass dadurch die Regeneration tatsächlich beschleunigt wird, steht allerdings noch aus.
  • Sportler können mit einem Muskelstimulator gezielt Kraftfähigkeiten wie Maximalkraft und Schnellkraft trainieren. Für die aerobe und anaerobe Ausdauer ist die Wirkung von EMS bislang weniger gut untersucht – hier bleibt klassisches Ausdauertraining die erste Wahl.

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Was genau ist ein Muskelstimulator?

Bei Muskelstimulatoren handelt es sich um Geräte, die über entsprechende Elektroden elektrische Impulse an den Körper senden. Auf dem Markt gibt es viele verschiedene Muskelstimulator Varianten, von einfachen Geräten für den Einsatz zu Hause, bis zu komplexen High-End Varianten für den professionellen Einsatz in der Physiotherapie, dem Leistungssport und auch im Bodybuilding.

Die breite Masse an Geräten verfügt über 2 oder 4 Kanäle, d.h. es können gleichzeitig 4 bzw. 8 Elektroden verwendet werden. Für Sportler, die das EMS-Training zur Leistungssteigerung und zur schnelleren Regeneration nutzen wollen, sind 4-Kanal Muskelstimulatoren empfehlenswert. So können große Muskelgruppen wie der Quadrizeps an beiden Beinen gleichzeitig mit je 4 Elektroden trainiert werden.

Einfachere Muskelstimulatoren arbeiten meist mit niederfrequenten Strömen, während umfangreichere Geräte zusätzlich mittelfrequente Ströme und spezielle Stromformen wie Interferenzstrom, russische Ströme (Kotz) oder galvanische Ströme bieten. Das erweitert die Einsatzmöglichkeiten – ob eine bestimmte Stromform im Einzelfall tatsächlich einen Vorteil bringt, hängt aber immer auch vom individuellen Trainingsziel und der Anwendung ab.

Wie funktioniert ein elektrischer Muskelstimulator?

Normalerweise sendet das Gehirn elektrische Impulse an die Muskulatur, um z.B. eine Kniebeuge zu ermöglichen. Ein Muskelstimulator kann die Aktion des Gehirns, die zu einer Muskelkontraktion führt, nachahmen. Die vom Stimulator generierten elektrischen Ströme mit niedriger Frequenz sorgen für eine Kontraktion der Muskelgruppen, an denen EMS Elektroden befestigt sind.

Je nach Intensität, Frequenz und Wellenform des generierten Stroms können die Effekte für die Muskulatur ganz unterschiedlich ausfallen. TENS-Ströme (Transkutane Elektrische Nervenstimulation) werden beispielsweise zur Schmerzbehandlung eingesetzt – hierfür gibt es eine gute wissenschaftliche Grundlage. Niedrige Frequenzen im Bereich von 1 bis 10 Hz werden in der Praxis häufig zur Muskelaktivierung und Durchblutungsförderung genutzt, auch wenn die Beleglage für Effekte auf Regeneration oder Entspannung noch begrenzt ist. Mittelfrequente Ströme kommen unter anderem beim Muskelaufbau zum Einsatz, in speziellen, ärztlich oder physiotherapeutisch begleiteten Anwendungen auch bei teilweise denervierter Muskulatur.

Durch die elektrische Muskelstimulation können sowohl langsam als auch schnell zuckende Muskelfasern angesprochen werden. Die langsam zuckenden Fasern werden hauptsächlich bei Ausdauersportarten gefordert.

Die schnell zuckenden Fasern hingegen sind wichtig für Sportarten, bei denen Kraft und Schnelligkeit im Vordergrund stehen. Auch klassisches, intensives Training wie Sprints oder schweres Krafttraining spricht diese Fasern gezielt an – EMS kann hier eine sinnvolle Ergänzung sein, ersetzt aber kein klassisches Schnellkrafttraining.

Sie können trainieren, wann immer Sie wollen, als Ergänzung zum normalen Training, während einer Reise oder zu Hause. Viele Globus und I-Tech Muskelstimulatoren sind klein und handlich und können überall hin mitgenommen werden. Dazu kommen noch TENS-Geräte, die für die Schmerztherapie eingesetzt werden können.

Vor allem TENS-Anwendungen können bei bestimmten Schmerzen lindernd wirken. Wie gut das funktioniert, hängt von der Art der Beschwerden, dem verwendeten Stromprotokoll und der richtigen Anwendung ab. Als Trainingsmethode punktet EMS vor allem dadurch, dass Gelenke und Knochen deutlich weniger belastet werden als bei vielen klassischen Übungen. Komplett risikofrei ist sie allerdings nicht: Wird zu intensiv oder falsch trainiert, können Muskelkater bis hin zu Muskelverletzungen die Folge sein. Eine fachkundige Anleitung, gerade am Anfang, ist deshalb sinnvoll.

Wir vertreiben in unserem Shop ausschließlich hochwertige Muskelstimulatoren für Sportler wie z.B. die Globus Muskelstimulatoren Cycling Pro, Triathlon, Runner Pro, Soccer und Sail Pro. Neben Standard Programmen für Muskelaufbau, Fitness, Wellness, medizinische Ströme, enthalten die Geräte jeweils spezielle Programme für die spezifischen Anforderungen der jeweiligen Sportart.

Für professionelle Anwender wie Physiotherapeuten und Orthopäden, die Patienten mit unterschiedlichsten Verletzungen/Erkrankungen behandeln müssen, gibt es z.B. mit den EMS Physio Elektrotherapiegeräten einen renommierten Hersteller, der hochwertige, mit vielen Stromformen ausgestattete, therapeutische EMS-Geräte herstellt.

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Die Elektroden Platzierung

Platzieren Sie die Elektroden auf den Muskeln, um diese zu aktivieren, während Sie selbst in Ruhe oder in Bewegung sind. Die korrekte Platzierung ist essentiell für bestmögliche Resultate. Die Elektroden sollten nur auf den Muskelbauch (motorischer Punkt) geklebt werden, nicht auf den Sehnenansatz, sonst wird keine vollständige Muskelanspannung erreicht.

Es gibt unterschiedliche Größen an EMS-Elektroden; die kleineren sind optimal für kleine Muskelgruppen und große Elektroden ideal für die großen Muskelgruppen. Platzieren Sie zwei oder mehr Elektroden auf dem Muskel, den Sie trainieren wollen. Wir empfehlen einen Abstand von mindestens 3cm zwischen den Elektroden.

Um den größtmöglichen Komfort und die beste Wirkung bei den Kontraktionen zu erzielen, sollten unterschiedliche Elektroden Positionen getestet werden. Große Muskelgruppen benötigen manchmal mehr als nur ein Elektrodenpaar für eine größtmögliche Stimulation. Es sollten immer die Angaben aus den Anleitungen für die Platzierung der Elektrodenpads genutzt werden.

Elektrostimulation des ganzen Körpers
Ganzkörper EMS Training

Die korrekte Körperposition bei der elektrischen Muskelstimulation

Die optimale Position für die Elektrostimulation ist abhängig vom Typ des Programms, dem verwendeten Muskelstimulator und von dem Körperteil, der stimuliert werden soll. Als generelle Regel kann man sagen, dass Sie sich in einer komfortablen Position befinden sollten.

Bei EMS im Trainingsbereich sollte sich die trainierende Muskulatur immer in Streckung befinden, so kann das Training isometrisch ausgeführt werden. Zum Beispiel sollte beim Training des Beinstreckers ein 90 Grad Winkel zwischen Ober- und Unterschenkel vorhanden sein. Die Stimulation sollte also am besten im Sitzen ausgeführt werden.

Bei den Programmen zur Regeneration und Massage wird vor allem eine liegende Position eingenommen. Die Stimulation des Rückens erfolgt in Bauchlage.

Wir haben eine Playlist bei Youtube erstellt, in der die unterschiedlichen Elektrodenpositionen als Video zu sehen sind.

Elektrodenpositionen

6 Videos

Die Geschichte der EMS von der Zeit des römischen Reiches bis heute

Über einige tausend Jahre lässt sich die elektrische Muskelstimulation (EMS) und deren Anwendung am Menschen zurückverfolgen. Im römischen Reich wurden Zitteraale und deren elektrische Ströme dazu verwendet, unterschiedliche Leiden zu behandeln.

Im Jahr 1791 dokumentierte Luigi Galvani, dass elektrische Ströme Muskelkontraktionen in einem Froschschenkel auslösen konnten; auch wenn zu dieser Zeit der Mechanismus, wie Elektrizität eine Muskelkontraktion auslöst, noch missverstanden wurde, war das Interesse der Wissenschaftler dieser Zeit an der EMS sehr groß. Ende des 18. Jahrhunderts wurden grundlegende Prinzipien von Muskelkontraktionen erforscht, die auch heute noch Bestand haben.

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts stellten Weiss und Lapique die Prinzipien der Rheobase und der Chronaxie vor; diese Konzepte werden auch heute noch genutzt, um Stimulationsprotokolle besser zu verstehen. Im Jahr 1971 berichtete der russische Sportwissenschaftler Kots von deutlichen Steigerungen bei Muskelkraft, Schnelligkeit und Explosivkraft nach mehrwöchigem Training mit einem Muskelstimulator – teilweise war von Zuwächsen von mehr als 20% die Rede. Diese frühen Arbeiten gelten heute als wichtiger Ausgangspunkt für die EMS-Forschung, methodisch sind sie aus heutiger Sicht aber nur begrenzt aussagekräftig. Modernere, kontrollierte Studien bestätigen zwar, dass EMS Kraft und Schnellkraft verbessern kann, die genaue Höhe der Effekte hängt aber stark vom Trainingsprotokoll und den untersuchten Sportlern ab.

Bekannt wurde vor allem die Geschichte, dass sowjetische Spitzenathleten, die mit Elektrostimulation mit Hilfe von Muskelstimulatoren trainiert hatten, bei den Olympischen Spielen 1972 in München herausragende Erfolge feierten – etwa der Sprinter Valeri Borzov, der über 100 und 200 Meter Gold holte. Ein wissenschaftlich belegter Zusammenhang zwischen EMS-Training und diesen Medaillen lässt sich daraus aber nicht ableiten; solche Einzelbeispiele sind anekdotisch und kein Beweis für die Wirksamkeit einer Methode.

Etwa zur gleichen Zeit wurde die Elektrostimulation auch ein allgemeiner Trend unter den Therapiemethoden. In den 90er Jahren machten die Miniaturisierung und die erschwinglicheren Preise von Elektronikartikeln das breite Experimentieren mit Anwendungen der EMS möglich.

Anwendungen, die auf Basis der Rechteckströme arbeiten, wurden qualitativ verbessert und verdrängten die Protokolle von Kotz (Russische Ströme).

Aktuelle, hochwertige Muskelstimulatoren für Physiotherapeuten und Rehakliniken bieten oft bis zu 40 unterschiedliche Stromformen und Programme. Das ermöglicht eine individuelle Anpassung an viele unterschiedliche Anwendungsbereiche – EMS ist aber kein Allheilmittel und nicht für jede Indikation geeignet. Sie kann eine sinnvolle Ergänzung zur Physiotherapie oder ärztlichen Behandlung sein, ersetzt diese aber nicht. Kontaktieren Sie uns gerne, wenn Sie eine Beratung wünschen, welches Gerät am besten zu Ihren Zielen passt.

Autor: Markus Müller

Bildquelle: © Vadim Ivanov / 123rf.com

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