Magnetfeldtherapie Nebenwirkungen: Was ist bekannt, was ist zu beachten
Wer sich mit Magnetfeldtherapie beschäftigt, stellt früher oder später eine Frage: Gibt es Nebenwirkungen? Die kurze Antwort: In klinischen Studien zu bestimmten PEMF-Geräten wurden überwiegend wenige und leichte Nebenwirkungen berichtet. Das heißt aber nicht „ohne jedes Risiko“, und die Ergebnisse lassen sich nicht ohne Weiteres auf alle Geräte übertragen. In diesem Artikel erfahren Sie, welche Reaktionen beschrieben werden, wann Vorsicht geboten ist und worauf Sie bei der Anwendung achten sollten.
Inhaltsverzeichnis
Was ist Magnetfeldtherapie überhaupt?
Magnetfeldtherapie bezeichnet unterschiedliche Verfahren mit statischen Magnetfeldern oder zeitlich veränderlichen elektromagnetischen Feldern. Ein bekanntes Beispiel sind gepulste elektromagnetische Felder (PEMF, Pulsed Electromagnetic Field). Die Felder werden über Applikatoren wie Matten, Spulen oder Decken abgegeben. Ihre physikalischen Eigenschaften, Dosierungen, zugelassenen Anwendungen und möglichen Risiken unterscheiden sich je nach Gerät. Wie tief und in welcher Stärke ein Feld im Gewebe wirkt, hängt unter anderem von Frequenz, Feldstärke, Geometrie und Gewebeart ab. Eine ausführliche Einordnung finden Sie in unserem Grundlagenartikel Magnetfeldtherapie: Wirkung, Anwendung, Kosten & Erfahrungen
Welche Nebenwirkungen werden bei Magnetfeldtherapie beschrieben?
In klinischen Studien zu bestimmten PEMF-Geräten wurden überwiegend wenige und leichte, vorübergehende Nebenwirkungen berichtet. Die Sicherheit lässt sich nicht ohne Weiteres auf alle Magnetfeldgeräte, Anwendungen oder eine langfristige Nutzung übertragen. Die Datenlage ist durch kleine Studien, unterschiedliche Geräte und eine teils unvollständige Erfassung von Nebenwirkungen begrenzt. Folgende Reaktionen werden genannt:
- Empfindungen wie Wärme, Kribbeln oder Muskelzucken: Je nach Gerät und Anwendung können sie vorübergehend auftreten.
- Müdigkeit: In einzelnen Untersuchungen wurde vorübergehende Müdigkeit berichtet. Häufigkeit und ursächlicher Zusammenhang mit der Behandlung sind nicht für alle Geräte geklärt.
- Kopfschmerzen: Sie wurden in einzelnen Studien berichtet. Ob sie durch das Magnetfeld verursacht wurden und ob sie von Dauer oder Intensität der Anwendung abhängen, ist nicht ausreichend geklärt.
In den verfügbaren klinischen Studien zu bestimmten PEMF-Anwendungen wurden nur selten schwerwiegende behandlungsbezogene Nebenwirkungen berichtet. Die Daten reichen jedoch nicht aus, um schwerwiegende oder langfristige Risiken für alle Geräte und Anwendungen auszuschließen. Mehr dazu im Abschnitt zur Vorsicht bei bestimmten Personengruppen weiter unten.
Wichtig für die Einordnung: Magnetfeldtherapie ist kein Ersatz für eine ärztliche Diagnose oder Behandlung. Bei gesundheitlichen Beschwerden sollte immer zunächst ärztlicher oder physiotherapeutischer Rat eingeholt werden.
Erstverschlimmerung bei Magnetfeldtherapie – was steckt dahinter?
Im Zusammenhang mit Magnetfeldtherapie und anderen komplementären Verfahren fällt häufig der Begriff „Erstverschlimmerung“. Eine spezifische, wissenschaftlich etablierte „Erstverschlimmerung“ ist für Magnetfeldtherapie jedoch nicht nachgewiesen, ist aber nicht ausgeschlossen. Neue oder zunehmende Beschwerden sollten deshalb nicht automatisch als normale Reaktion interpretiert werden. Bei Persistenz oder starker Ausprägung sollten sie medizinisch abgeklärt werden. Pausieren Sie die Anwendung, wenn ungewöhnliche oder anhaltende Reaktionen auftreten.
Wann ist Vorsicht geboten oder von der Anwendung abzusehen?
Wie bei jedem physikalischen Therapieverfahren gibt es Situationen, in denen vorab ärztlicher Rat nötig ist oder von einer Anwendung abgeraten wird. Die Bewertung hängt vom konkreten Gerät, der Feldstärke, der Frequenz und der Körperregion ab. Weitere Informationen finden Sie in unserer Kontraindikationen-Übersicht. Bei allen der unten stehenden Gegenanzeigen gilt: eine Anwendung wird nicht empfohlen, es sei denn, der behandelnde Arzt oder die behandelnde Ärztin empfiehlt die Anwendung nach einer Nutzen-Risiko-Abwägung.
- Aktive elektronische Implantate: Bei Herzschrittmachern, implantierten Defibrillatoren, Neurostimulatoren und Cochlea-Implantaten darf eine Anwendung nicht erfolgen, da Magnetfelder die korrekte Funktion der aktiven Implantate stören können.
- Metallische oder magnetisch beeinflussbare Implantate: Vor der Anwendung müssen das konkrete Implantat und das konkrete Gerät geprüft werden. Moderne Titan-Implantate stellen kein Problem dar. Bei Stahl- oder älteren magnetisierbaren Implantaten sollte jedoch keine Magnetfeldtherapie angewendet werden. Bei starken oder wechselnden Magnetfeldern kann es zu Erwärmung, Induktion oder Wechselwirkungen kommen.
- Bei Schwangeren und Kindern: PEMF bzw. Magnetfeldtherapie wird nicht empfohlen.
- Aktive Tumorerkrankung: Magnetfeldtherapie sollte nicht über oder in unmittelbarer Nähe eines Tumors angewendet werden, sofern keine ausdrückliche fachärztliche Indikation und Sicherheitsbewertung vorliegt. Obwohl es Studien gibt, in denen PEMF an Tumoren testweise eingesetzt wird, ist eine positive Wirkung noch nicht geklärt. Außerdem werden dabei die Magnetfeldstärke und Frequenz sehr genau eingetellt. Im Allgemeinen gilt jedoch: Magnetfeldtherapie könnte das Wachstum vorhandener Tumore fördern und wird deswegen nicht emfpohlen.
- Fieber, schwere akute Erkrankung oder Infektion im Behandlungsgebiet: Die Anwendung sollte bis zur medizinischen Abklärung bzw. Besserung zurückgestellt werden.
- Herzrhythmusstörungen, schwere Herzerkrankungen oder Anwendung in Herznähe: Vorab sollte ärztlich geprüft werden, ob das konkrete Gerät sicher eingesetzt werden kann.
- Epilepsie: Die Anwendung muss anhand des konkreten Geräts, der Feldparameter und der Anfallskontrolle ärztlich beurteilt werden.
Diese Liste ersetzt keine individuelle medizinische Beratung. Vor dem Einsatz eines Heimgeräts sollte in jedem Fall Rücksprache mit einer Ärztin, einem Arzt oder einer Therapeutin bzw. einem Therapeuten gehalten werden. Die Gebrauchsanweisung und die Zweckbestimmung des jeweiligen Medizinprodukts sind dabei maßgeblich.
Ist Magnetfeldtherapie wissenschaftlich umstritten?
Wer nach „Magnetfeldtherapie schädlich“ oder „Magnetfeldtherapie Kritik“ sucht, möchte meist wissen, wie seriös das Verfahren einzuordnen ist. Die wissenschaftliche Datenlage wird uneinheitlich bewertet. Für viele kommerzielle bzw. ganzkörperliche Magnetfeldanwendungen ist die klinische Wirksamkeit nicht ausreichend durch hochwertige Studien belegt. Die Evidenz ist indikations- und geräteabhängig, und einzelne Medizinprodukte können für eng definierte Anwendungen zugelassen sein. Beispielsweise kann das patentierte Signal von Bemer-Geräten eine verbesserte Durchblutung fördern und ist für diese Anwendung zugelassen.
Labor- und Zellstudien beschreiben mögliche biologische Effekte. Daraus lässt sich jedoch nicht ableiten, dass Magnetfeldtherapie bei Menschen eine klinisch relevante Wirkung erzielt. Seriöse Anbieter, auch wir als CardioVibe, versprechen daher keine Heilung und keine garantierten Effekte. Sie informieren über das physikalische Funktionsprinzip und verweisen bei gesundheitlichen Fragen konsequent auf fachliche Beratung.
Worauf Sie bei der Anwendung achten sollten
- Halten Sie sich an die Herstellerangaben zu Dauer, Intensität und Anwendungshäufigkeit.
- Verwenden Sie nur ein für den vorgesehenen Zweck bestimmtes Medizinprodukt mit nachvollziehbarer Konformitätskennzeichnung, vollständiger Gebrauchsanweisung und klaren Herstellerangaben. Die CE-Kennzeichnung ist kein Qualitätssiegel und belegt weder klinische Wirksamkeit noch einen Nutzen für Ihre individuelle Situation. Wir empfehlen auch europäische Hertseller und möglichst Geräte, die als Medizinprodukt zugelassen sind, da es in Europa strenge Zulassungskriterien gibt. Bei den von uns angebotenen Magnetfeldgeräten erhalten Sie auf Nachfrage die Konformitätserklärung zu jedem Gerät.
- Holen Sie bei bestehenden Vorerkrankungen oder Unsicherheit ärztlichen Rat ein.
- Beobachten Sie Ihr Körpergefühl und pausieren Sie bei ungewöhnlichen Reaktionen. Lassen Sie anhaltende oder zunehmende Beschwerden medizinisch abklären.
Fazit
In Studien zu bestimmten PEMF-Geräten wurden überwiegend wenige, leichte und vorübergehende Nebenwirkungen berichtet. Die Daten reichen jedoch nicht aus, um schwerwiegende oder langfristige Risiken für alle Geräte und Anwendungen auszuschließen. Wer Vorerkrankungen hat, schwanger ist oder ein aktives Implantat trägt, sollte vor der Anwendung unbedingt ärztlichen Rat einholen. Wenn Sie sich grundsätzlich für die Funktionsweise interessieren, lesen Sie auch unseren Artikel zur Wirkung der Magnetfeldtherapie oder werfen Sie einen Blick auf unser Sortiment an Magnetfeldtherapie-Geräten.
Quellen und weiterführende Literatur
- Übersichtsarbeit zu PEMF
- Systematische Übersichtsarbeit zu PEMF bei muskuloskelettalen Erkrankungen
- Bewertung von Ganzkörper-PEMF
- Systematische Übersichtsarbeit zu Magnetfeldtherapie
- Studie zur Machbarkeit und Sicherheit von PEMF
- Übersichtsarbeit zu positiven und negativen Effekten der Magnetfeldtherapie
- Übersicht zu physikalischen energiebasierten Therapien
- Übersicht zu Neuromodulation und Kontraindikationen