TECAR-Therapie bei Pferden: Neue Studie zu Rückenschmerzen

Chronische Rückenschmerzen zählen bei Sportpferden zu den häufigsten Ursachen für Leistungseinbußen – und gehen häufig mit einer Atrophie des Musculus multifidus einher, dem wichtigsten stabilisierenden Muskel der Wirbelsäule. Eine 2026 im Fachjournal Animals veröffentlichte Studie hat erstmals systematisch untersucht, wie sich eine achtwöchige TECAR-Therapie (Radiofrequenz-Diathermie) auf diesen Muskel und die Rückenbeweglichkeit auswirkt – durchgeführt mit einem TECAR VET 4000 von Globus, demselben Gerätetyp, den wir als TecarVet 4000 führen.

Inhaltsverzeichnis

Anwendung von TecarVet 4000 beim Pferd

Studiendesign auf einen Blick

  • Teilnehmer: 8 erwachsene Englische Vollblut-Pferde (Horseball-Sportpferde) mit diagnostizierten „Overriding Dorsal Spinous Processes“ und klinischen Rückenschmerzen seit mindestens 4 Monaten
  • Behandlung: 4 TECAR-Sitzungen im Abstand von 2 Wochen, je 40 Minuten, mit kapazitivem und resistivem Modus im Wechsel (448 kHz)
  • Messmethoden: Ultraschallmessung der Multifidus-Querschnittsfläche (CSA) an sieben Wirbelhöhen (T10-L5) sowie Bewegungsanalyse der Wirbelsäule mittels 9-Sensor-IMU-System beim Trab
  • Messzeitpunkte: vor Behandlungsbeginn, direkt nach der ersten Sitzung, 24 Stunden danach und 15 Tage nach der letzten Sitzung (Woche 8)

Die wichtigsten Ergebnisse

Nach acht Wochen zeigte sich an allen gemessenen Wirbelhöhen ein statistisch signifikanter Anstieg der Multifidus-Querschnittsfläche (p < 0,001) – und zwar beidseitig gleichmäßig. Am deutlichsten fiel der Zuwachs an den Wirbelhöhen T18 (+2,52 cm²) und L5 (+1,90 cm²) aus – genau den Regionen, die bei thorakolumbalen Funktionsstörungen beim Pferd besonders häufig betroffen sind. Auffällig: Der Zuwachs entwickelte sich schrittweise über den gesamten Behandlungszeitraum, nicht bereits unmittelbar nach der ersten Sitzung – ein Hinweis auf eine echte muskuläre Anpassung statt eines vorübergehenden Behandlungsödems. Auch die Rückenbeweglichkeit veränderte sich regionsspezifisch: Kurzfristig nach den Behandlungen stieg die Beweglichkeit (Flexion-Extension, Rotation) im vorderen Rückenbereich zunächst an, um sich nach acht Wochen wieder zu normalisieren. Im hinteren thorakolumbalen Bereich (T18-L3) sank die Rotationsbeweglichkeit nach acht Wochen signifikant (−4,2°, p = 0,004) – ein Muster, das die Autoren als Zeichen verbesserter aktiver Stabilisierung durch die gewachsene Muskulatur interpretieren. Keines der Pferde zeigte unerwünschte Wirkungen während der Studie.

Was bedeutet das für die tierärztliche Praxis?

Die Ergebnisse legen nahe, dass TECAR-Therapie als sinnvolle ergänzende Maßnahme innerhalb multimodaler Rehabilitationsprogramme bei Pferden mit chronischen Rückenschmerzen infrage kommt – insbesondere dort, wo eine Atrophie der stabilisierenden Rückenmuskulatur mitursächlich für die Beschwerden ist. Da der Multifidus primär für die intersegmentale Stabilisierung der Wirbelsäule verantwortlich ist, kann ein Muskelaufbau in diesem Bereich langfristig zur Entlastung angrenzender Strukturen beitragen. Wichtig für die Einordnung: Die Autoren weisen selbst auf die Grenzen ihrer Arbeit hin – die Stichprobe war mit acht Pferden klein, es gab keine Kontrollgruppe, und alle Tiere stammten aus derselben Disziplin und Rasse (Englisches Vollblut im Horseball-Sport). Die Ergebnisse sind daher ein vielversprechender erster Hinweis, kein abschließender Beweis für die klinische Wirksamkeit bei allen Pferdetypen und Indikationen. Weitere kontrollierte Studien mit größeren Fallzahlen sind laut den Autoren notwendig, um zu klären, ob sich die gemessenen strukturellen Veränderungen auch in messbar weniger Schmerz und besserer Leistung niederschlagen.

TECAR-Therapie in der eigenen Praxis einsetzen

Die in der Studie verwendete Gerätetechnologie – kapazitiver und resistiver Modus in einem Gerät – entspricht unserem TecarVet 4000, das neben Pferden auch für Hund und Katze eingesetzt werden kann. Wenn Sie prüfen möchten, ob sich TECAR-Therapie für Ihre Praxis eignet, beraten wir Sie gerne persönlich – auf Wunsch auch zu Leasingoptionen über unseren Partner HPR-Leasing.

Quelle

Beaussart, M.; Perrin, R.; Marunova, E.; Moraine, F.; Fourteau, D.; Blake, R. Eight Weeks of 448 kHz Radiofrequency Therapy Increases Multifidus Muscle Cross-Sectional Area and Modulates Thoracolumbar Range of Motion in Horses with Chronic Back Pain. Animals 2026, 16, 2437. https://doi.org/10.3390/ani16152437 – Open Access, veröffentlicht unter CC BY-Lizenz.
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